Zurück zur Übersicht

Oberrheinprojekt: seit 25 Jahren angewandte Nachhaltigkeit

Goss es beim nördlichen Teil der Radtour im vergangen Jahren teilweise in Strömen, war dieses Jahr das Kontrastprogramm angesagt. Besonders am Dienstag der ersten vollen Juliwoche, als die 24 Schüler der R 9 c mit ihren Lehrern Christina Klebb und Erich Fakler mit ihren Rädern von der elsässischen Stadt Colmar zurückfuhren, stiegen vom heißen Asphalt wahre Heißluft auf. Auf ihrer Erkundungstour durch das südliche Oberrheingebiet legten die Schüler bis zu ihrer Rückkehr nach Gengenbach am frühen Freitagnachmittag rund 330 km zurück.

Mit der diesjährigen Radtour geht eine 25-jährige Ära zu Ende, in der die beteiligten Schüler auf 20 Radtouren Jahren insgesamt 6600 Km zurücklegten. Auch in diesem Jahr erlebten die Schülerinnen und Schüler der R 9 c , was erfahren im wörtlichen Sinne bedeutet. Man begegnet Landschaften, kämpft mit  Steigungen und genießt luftige Abfahrten. Fluren und Felder, Berge und Städte huschen nicht nur einfach am Autofenster vorbei, sondern nähern und weiten sich, verdichten und vergrößern sich. Im Gegensatz zum klimatisierten Auto spürt man Regen, Hitze und Kälte, riecht den Duft von getrocknetem Gras und blauem Lavendel. Man fährt nicht einfach mal schnell nach Breisach, Colmar, Staufen oder Freiburg, sondern ist froh und stolz, sein Ziel erreicht zu haben, darf sich für die vollbrachte Leistung mit einem süßen Eis oder einer kühlen Cola belohnen. Auch sind die teilweise bis zu 80 km langen Tagestouren durchaus mit dem schulischen Lernen vergleichbar. Aushalten, mithalten und durchhalten ist angesagt. Wenn mal kurz auf Hauptverkehrsstraßen gefahren werden muss, erscheint diszipliniertes und vorschriftsmäßiges Fahren nicht als aufgezwungene Schikane, sondern als überlebenswichtige Verkehrskompetenz. Entdeckendes Lernen, zufällige Begegnungen und einfach Glücksfälle durften auch bei dieser letzten Tour erlebt werden. Die Rückfahrt  von Colmar nach Breisach bescherte einen der heißesten Sommertage dieses Jahres. Die meisten hatten ihre Wasservorrate auch schon erschöpft.

Die ungeplante Flucht in den schattigen Kastenwald südlich von Widensolen führte zu einer allen Beteiligten unbekannten  Lourdesgrotte. Dort gab es nicht nur eine schattige Pause im kühlen Wald, sondern auch köstliches Wasser durch einen freundlichen älteren Herrn. Dieser öffnete seinen Wasserhahn und alle konnten ihre Flaschen mit dem kühlen und wohlschmeckenden Nass füllen. Es war wie ein Wunder in der Wüste, nur fiel das Manna nicht vom Himmel, sondern strömte aus der Erde. Schier auf das Dach der Welt versetzt fühlten sich die Mädchen und Jungs der R 9 c nach ihrem Aufstieg auf den Tuniberg. Ringsum begrenzten konturenscharfe Aussichten den 360 ° Grad Rundblick. Im Osten leuchtete das am Vortag besuchte Freiburg vor den dunkel dräuenden Schwarzwaldbergen, im Westen wiesen die Türme des Münsters den Weg zum vorübergehenden Domizil in Breisach. Der Kaiserstuhl zeige messerscharf seine Terrassenstufen und in weiter Ferne lauerten das Vogesenmassiv in verschwommenem Graublau. Nach dem obligatorischen Klassenfoto vor dem tiefliegenden Merdingen, dem ehemaligen Wohnort des einzigen deutschen Tour-de-France-Siegers Jan Ulrich, erfolgte dann als Lohn der Aufstiegsmühe die windumsauste Abfahrt in dieses weltberühmte Winzerdorf.

Sprunggewaltig auch noch nach dem Aufstieg auf den Tuniberg.

as Fahrrad führt sogar auf das Dach der Welt, auch wenn es nur der Tuniberg ist.

Auf dem Zugang zum ehemaligen Rheintor in Breisach

Auf dem Münsterberg mit dem abendlichen Elsass im Rücken